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Bertrand Piccard, seit 2016 weltbekannt durch seinen Flug mit einem Solarflugzeug rund um die Erde, hat mit seiner Solar Impulse Foundation https://solarimpulse.com mehr als 1.000 technische Lösungen zusammengetragen, die bis 2050 Kohlendioxidemissionen weltweit auf Null bringen sollen. Sie sind in einer digitalen Datenbank zusammengefasst, dem „Solutions Guide”. Die Suche darin erfolgt nach Kriterien wie geografischem Standort, Industriezweig sowie finanziellen und ökologischen Auswirkungen.

Umweltgerecht auf profitable Art

„Wir haben den Beweis erbracht, dass es zahlreiche Lösungen gibt, um unsere Welt schon jetzt auf profitable Art umweltverträglich und effizient zu gestalten”, sagt Bertrand. „Jetzt müssen wir sicherstellen, dass Regierungen und Unternehmen anfangen, die für ihre jeweilige Situation angemessenen Technologien umzusetzen. Es gibt keine Entschuldigungen mehr, nicht zu handeln – Entscheidungsträger können nicht mehr sagen, die Bekämpfung des Klimawandels sei zu teuer, schade der Wirtschaft und vernichte Arbeitsplätze.” Lösungsvorschläge gibt es in den Bereichen Wasser, Energie, Bau, Mobilität, Industrie und Landwirtschaft.

Essbare Folien, „Windtulpen” und Solarkühlung

Die in den Solutions Guide aufgenommen Technologien sind vielseitig. Sie umfassen beispielsweise eine biologisch abbaubare Verpackungsfolie des französischen Unternehmens Lactips. Das essbare Material entsteht aus Überresten der Milchverwertung. Es lässt sich in den gleichen Verpackungsmaschinen nutzen, in denen bisher erdölbasierte Folien eingesetzt werden. Das Produkt hat unter anderem den weltgrößten Chemiekonzern BASF überzeugt, der sich finanziell beteiligt hat.

Auch „Windtulpen” finden sich im Umweltkatalog. Die hat das US-Unternehmen Flower Turbines entwickelt. Sie rotieren um eine senkrecht stehende Achse und sind so leise, dass sie auch in Städten installiert werden können. Sie haben eine Leistung von 25 bis 30 Watt und rotieren schon bei geringen Windstärken. Das Unternehmen empfiehlt sie zum Laden von Batterien etwa von Elektroautos.

Zu den jüngsten Empfehlungen gehört die Cool Box des britischen Unternehmens Solar Polar Limited. Sie ist vor allem für sonnenreiche Länder gedacht, die keine zuverlässige Stromversorgung haben. Das Gerät erzeugt allein mit der Kraft der Sonne Kälte.

Hilfe für Regierungen

Da die Lösungen wirtschaftlich wie ökologisch sinnvoll sind, sind sie für öffentliche Förderungen interessant. „Die Erholung von der Pandemie bringt viele Regierungen in eine Position, die einem Neustart für die Zeit nach Covid-19 gleicht. Dabei begutachten sie saubere Technologien und Programme für saubere Arbeitsplätze und entscheiden sich im Rahmen zahlreicher Konjunkturpakete für entsprechende Investitionen”, betont Piccard.

Piccard und die Solar Impulse Stiftung wollen daher öffentlichen Entscheidungsträgern auch einen so genannten „Cleanprint” zur Verfügung stellen, der Informationen enthält, wie die jeweiligen Lösungen bei der Erreichung der Klimaziele genutzt werden können. Diesen Cleanprint will Piccard im November beim UN-Klimagipfel im schottischen Glasgow offiziell präsentieren.

Quelle: Lausanne pte029 www.solarimpulse.com     www.ukcop26.org